Montag, 19. Januar 2009
Rote Stühle für die SPD
Wurde heute morgen von jemanden bei den Jusos Hoerde angeschrieben, ob sie nicht ein Bild von mir als Designelement auf ihrer Website benutzen dürfen.

Rote Stühle

Das Bild, Rote Stühle, stammt aus Italien. Wenn es der SPD hilft, die Wahlschlappe in Hessen auszubügeln, dann will ich mal nicht so sein und keine Lizenzen fordern.

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Dienstag, 2. September 2008
Killlerspielverbot, die 796te
Was ist eigentlich mit den Bayerischen Politikern los? Haben die dort etwas im Weizen, was Gehirnzellen großflächig abtötet? Zumindest auf CSU-Parteitagen und -Arbeitstreffen scheint man denen was unter die Weisswurst zu mengen. Jetzt also wieder mal: Killerspiele verbieten. Zur wissenschaftlichen Unterstützung haben sie nochmals den Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer aus dem Schrank geholt, der auch weiterhin jeden ernst zu nehmenden wissenschaftlichen Nachweis über den Zusammenhang von Amokläufen und "Killerspielen" schuldig bleibt. Aber verbieten wollen die halt trotzdem, und wenn es sein muss, dann eben auch in Verbindung mit Internet-Zensur.

Der CSU-Politiker Uhl regt darüber hinaus vor dem Hintergrund kinderpornografischer Angebote im Internet an, Provider per Gesetz zu zwingen, bestimmte Seiten aus dem Netz zu nehmen. Spätestens seit den Olympischen Spielen in Peking wisse man, was möglich sei: „Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.“
(Focus online, hier).

Jaja, von den Chinesen lernen heisst siegen lernen.

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Sonntag, 24. Juni 2007
Kein Geld für Cheney!
US-Vizepräsident Dick "Schrotflinte" Cheney verweigert seit Jahren die Prüfung seines Büros bezüglich der Sicherheit geheimer Dokumente mit dem Argument: Ich bin nicht Teil der Exekutive!

Zumindest einem Demokraten, Rahm Emanuel, gefällt diese Argumentation. Er schlägt konsequenterweise den Wegfall aller Gelder an Cheneys Büro aus den für die Exekutive gedachten Pot vor. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag liegt dem House of Representatives vor. Die Mehrheit dieser Kammer des Kongresses liegt, soweit ich weiss, zur Zeit in den Händen der Demokraten. Autsch.

Cheney hat offenbar nicht nur ein Talent, Jagdfreunde aus den eigenen Reihen umzupusten, sondern sich auch argumentativ selbst in den Fuß zu schießen.

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Dienstag, 12. Juni 2007
Quadratwurzeln für Polen
Mit den Evolutionstheorie haben es die polnischen Politiker wie man so hört ja nicht so, aber für die Mathematik können sie sich wirklich begeistern - zumindest wenn man sich mithilfe von Rechenoperationen ein höheres Stimmrecht in Europa zusammenschustern kann. Polens Premier Jaroslaw Kaczynski macht jetzt ernst: er würde für die Quadratwurzel sterben. Er meint damit das Wurzeln von Bevölkerungszahlen, damit mittelgroße Länder - also Polen - ein höheres Gewicht bei der Stimmauszählung im Ministerrat bekommen.

Soviel Begeisterung für einen allzu oft vernachlässigten Rechenoperator verdient unseren tiefen Respekt. WiWaSo fragt sich nun, was der gute Mann erst für einen Logarithmus zu tun bereit wäre. Oder für das Inverse der Ackermannfunktion, mit dem auch Länder wie Luxemburg endlich das volle Stimmrecht von Deutschland erreichen könnten.

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Samstag, 9. Juni 2007
Dihydrogenmonoxid
Das Ende des G8-Gipfel brachte für Umweltschutzorgansisationen neben den zu erwartenden Enttäuschungen bei der Verringerung der Treibhausgase auch die Erkenntnis, das die führenden Industrienationen und Russland wieder einmal versäumt haben, verbindliche gemeinsame Anstrengungen für ein weltweites Verbot von Dihydrogenmonoxid zu unternehmen. Seit mehr als drei Jahren weist die ausschließlich von privater Hand finanzierte Dihydrogen Monoxid Research Division auf die Gefahren dieser Chemikalie hin, die weiterhin von skrupellosen Geschäftemachern vermarket wird und werden darf. Dihydrogemonoxid (DHMO) findet sich bestürzenderweise in beinahe allen industriell hergestellten Nahrungsmitteln, obwohl die Gefahren bekannt sind:

  • DHMO führt beim Einatmen, selbst in vergleichsweise geringen Mengen, zu einem schmerzhaften Tod.
  • In seiner festen Form führt DHMO bei kurzen Berührungen zu schweren Verbrennungen.
  • DHMO ist Hauptbestandteil des sauren Regens.
  • DHMO wird bei Autopsien regelmäßig im Gewebe von Krebspatienten gefunden.
Trotz eines von fraktionslosen Bundestagsabgeordneten vorgeschlagenen Ausstiegs aus der DHMO-Produktion bis 2050 fördert Deutschland weiterhin enorme Mengen von DHMO mit besonders unverantwortlichen hydrogeologischen Förderungsverfahren. Untersuchungen haben ergeben, dass alleine 2001 38 Milliarden Kubikmeter (!!!) DHMO in Deutschland der Industrie und anderen Abnehmern zur Verfügung gestellt wurden, obwohl 86% der Deutschen ein sofortiges Verbot der DHMO-Produktion unterstützen würden. Skandalös ist, dass die Bevölkerung durch Steuergelder und Gebühren diese Maßnahmen auch noch selbst bezahlt. WiWaSo fragt: wann hört dieser Wahnsinn endlich auf?

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Donnerstag, 29. März 2007
Weniger Schweinkram in Südkorea
Südkoreaner kennt man als begeisterte Computerspieler, die reihenweise vor WoW-Erschöpfung tot vom Schreibtischstuhl fallen. Weniger bekannt ist, dass die Jungs trotzdem die Zeit finden, hin und wieder Porno-Seiten zu lunzen. Die Südkoreanische Regierung hat das Problem erkannt und greift jetzt hart durch:
Ab Mai wird zudem der Zugriff auf 180 pornographische Websites aus dem Ausland gesperrt. Das Ministerium erhofft sich davon großen Erfolg, weil der Großteil der pornographischen Bilder und Videos aus dem Ausland käme und dann in Südkorea weiter verbreitet würde.

Ganze 180 Websites! Woa, die müssten dann weit über 0.00001% aller Seiten mit hohem Rosaanteil umfassen.

Erfreulich zu sehen, dass nicht nur wir Deutsche uns technisch grenzdebile Behörden leisten, die sich von offensichtlich völlig wirklungslosen Maßnahmen messbare Erfolge erhoffen.

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Dienstag, 20. Februar 2007
Kühles Publikum
Etwas aus dem letzten Jahr... das legendäre White House Correspondants' Association Dinner mit Stephen Colbert. Man kann förmlich hören, wie die Zuhörer immer mehr abkühlen. Colbert nimmt kein Blatt vor den Mund. Wenn man blankes Entsetzen in Flaschen füllen könnte...

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Mittwoch, 14. Februar 2007
Schau mal einer an...
was uns die Neupuritaner und Christsozial-Taliban in bayerischen Gesetzgebungs-Organen unter dem Deckmäntelchen des "Killerspiel"-Verbot-Jugenschutzes noch so alles unterjubeln wollen. Der Spiegel entdeckt, dass in Zukunft auch keine Pornos mehr verleiht werden dürfen.. Ups.

Da bin ich jetzt aber mal gespannt, wie eine kerngesunde 800-Millionen-Euro-Industrie gegen die Streichung eines ihrer Hauptabsatzkanäle lobbiieren wird, wenn der Spieleindustrie die argumentative Luft ausgeht. Soweit ich weiss kann man Speckfilmchen auch bei weitester Auslegung nicht für Schulmassaker verantwortlich machen.

Am Geld für kompetente Anwälte, die sich für unser aller Recht auf etwas Schund stark machen, mangelts ab jetzt hoffentlich nicht mehr.

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Freitag, 22. Dezember 2006
Bye, bye, Privatsphäre
Aus Golem:
Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Landtag von Nordrhein-Westfalen am 20. Dezember 2006 eine Änderung des Verfassungsschutzgesetzes des Landes beschlossen. Demnach dürfen die Behörden auch mit rechtlicher Deckung private Computer unerkannt überwachen.

War die FDP nicht einmal eine Partei gewesen, in der Bürgerrechte und Rechtstaat ein Thema waren? Oder verwechsle ich das wieder, ist ja alles schon so lange her, das muss ja noch vor der Spassparteiphase gewesen sein. Auch diesmal kann man damit rechnen, dass schön zirkulär argumentiert sind: weil Datenschutz und Privatsphäre eh schon erodiert sind, macht eine Überwachung des privaten PCs auch keinen Unterschied mehr. Kein richterlicher Vorbehalt, keine Einschränkung auf schwere Straftaten, keine nachträglichen Informationpflichten gegenüber dem Abgehörten: Danke NRW für einen kleinen Blick in unsere Zukunft!

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Mittwoch, 8. November 2006
Wie geht das mit dem Hängen?
Saddam Hussein war einer dieser Diktatoren der alten Schule, die durchaus auch noch selbst zur Pistole griffen. Immerhin hat er seinen ersten Mord schon mit zarten 20 Jahren verübt. Skrupel hatte der Mann keine, und sogar für nahöstliche Verhältnisse einen wirklich ausgeprägten Hang zur Grausamkeit. Mein Mitleid für ihn hält sich daher in sehr überschaubaren Grenzen.

Allerdings ist, wie in solchen Fällen meistens, nicht ganz einzusehen, warum eine Todestrafe in irgendeiner Form eine gute Sache sein soll. Das Argument "Er hat ja auch..." erinnert mich immer ein wenig an "Er hat aber angefangen..." vom Spielplatz. Ein kleines bisschen moralische Überlegenheit hätte man schon, wenn man den Kerl in eine Zelle sperrt und den Schlüssel wegwirft, statt ihn mit einer Erhängung zu einem sunnitischen Märtyrer zu machen. Die Details einer Hinrichtung durch Erhängen, z.B. die Tabellen zur Fallhöhe bei welchem Körpergewicht, findet man hier.

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